So funktioniert’s

Einleitung

2012 wurde laut „Spendenbericht 2012“ des Fundraisingverbandes Österreich, erstmals eine halbe Milliarde Euro an Spenden umgesetzt. Davon wurden laut Bundesministerium für Finanzen (BMF) zum Zeitpunkt der Berichtslegung (Spendenbericht 2011) 72 Mio. Euro (mittlerweile ~100 Mio. Euro) steuerlich abgesetzt.

Die zugrundeliegende Annahme geht davon aus, dass bei Nonprofit-Organisationen nicht wie sonst üblich etwa 20% des Aufwandes auf Overhead-Kosten (Bürobedarf, Versicherungen, IT-Hardware, Miettextilien, Strom, Gas, Telefonie, etc…) entfallen, sondern nur die Hälfte, also etwa 10%. Diese konservative Schätzung beruht auf dem Gedanken, dass möglicherweise ein Gutteil des Geldes außerhalb Österreichs Bedürftigen (Flutopfern, Erdbebenopfern, etc.) zugutekommt, BEVOR es in Österreich Overhead-Kosten verursacht und die Tatsache dass Lohnkosten zu berücksichtigen sind.

Je nach zugrundeliegender Summe, beliefe sich das Volumen der Gemeinkosten selbst bei vorsichtiger Schätzung somit auf eine Größenordnung von ~ 50 Millionen Euro, die jährlich bisher von NPOs und Gemeinnützigen einzeln – und ohne Preisvorteile nutzen zu können – aufgebracht werden müssen. Darin noch nicht eingerechnet sind jene Leistungen, die von besagten NPOs als „Leistungsträger“ auch mittels Subventionen abgewickelt und erbracht werden bzw. jene Budgets die in der außeruniversitären Forschung und in der Interessenvertretung durch Mitgliedsbeiträge beheimatet sind.

Die Idee

Die Gründung einer eigenen Einkaufsgemeinschaft für NPOs und Gemeinnützige hat sich bereits auf Grund der Heterogenität der heimischen NGO-Szene und der Vielzahl an Organisationen logistisch als schwierig durchführbar erwiesen. In einem Konzern in dem „Top Down“ für eine Vielzahl an Filialen oder Standorten ein Gesamtvolumen definiert werden kann, sind Händlerkonditionen bei weitem leichter zu verhandeln:  Eine Kooperation zwischen gemeinnützigen Organisationen und ihren Dachverbänden in Österreich ist auf positive Diskriminierung am Markt durch Lieferanten angewiesen, die so tolle Konditionen zu gewähren bereit sind, dass sich DAHER die nötigen Volumen „Bottom-Up“ zusammenschließen lassen. Dies ermöglicht es nun aber, enorme Einkaufsvorteile nutzbar zu machen und große Summen an (Spenden)Geldern, Leistungsträgerbudgets und Mitgliedsbeiträgen einzusparen.

Enormes Einsparungspotential

Geht man von den oben erwähnten Gemeinkosten aus und legt der Schätzung eine Einsparungsmöglichkeit (je nach Produktkategorie) von 30 bis 70% zugrunde, würden Spendengelder in der Höhe von bis zu 32 Mio. Euro für die eigentlichen Organisationszwecke frei und zur Verfügung stehen, die bisher etwa für Bürobedarf, Energie, Versicherungen und Telefonie etc. ausgegeben werden müssen. Zum Vergleich: Die Aktion „Licht ins Dunkel“ erzielte im vergangenen Geschäftsjahr ein Spendenvolumen von 11 Millionen Euro. In Einzelfällen waren nun etwa über 60% Ersparnis bei Druckerpapier (chlorfrei, Recycling) oder etwa 65% bei Fairtrade-Bio-EZA-Kaffee möglich. Die Synergie-Effekte bei Handytarifen, Sponpost-Porto, Zeitungsinseraten sowie ökologischem Catering oder Drucksorten etc…dürften in die vielen hunderttausende Euro gehen und werden nun seit Gründung der Einkaufsgruppe laufend sichtbar.

Eine 100%-ige Win-Win-Situation

Eine derartige Kooperation bringt für alle beteiligten gewaltige Vorteile mit sich. Unser gesammeltes Umsatzvolumen verfügt über ein dementsprechende Marktmacht das bei Zusammenschluss von immer mehr NPOs Österreichs für einen immer größeren Hebel sorgt. Dementsprechend hoch sind die Einkaufsvorteile für partizipierende NPOs, nachdem wir konsequent Großhandelspreise einfordern, die nicht nur das zivilgesellschaftliche Engagement fördern sollen sondern auch eindeutig unserer eigenen Nonprofit-philosophie Rechnung tragen.

CSR darf lukrativ sein

Durch die besonderen Anforderungen teilnehmender NGOs an das Produktportfolio (Nachhaltigkeit, Zertifizierung zB FSC, Fair Trade etc.) kommt es laufend zu einer rückgekoppelten Ökologisierung des Warenangebotes der gesamten Gruppe, was wiederum den Zugriff auf derartig vorbildliche Produkte für einen gesamten Sektor verstärkt. Im Gegenzug sinken dadurch natürlich die Preise für zB. CO²-neutrale FSC-Drucksorten oder Grünstrom sodass eventuell auch Großabnehmer aus anderen Bereichen davon profitieren und andererseits uns dabei helfen das Volumen zugunsten aller unserer Mitglieder zu erhöhen. Ein Leuchtturm-Beispiel wenn es um „grüne Beschaffung“ und „Gemeinwohl-Ökonomie“ geht!

Noch effizienterer Umgang mit Spendengeldern

Auf Seiten der Gemeinnützigen ist nicht nur der wirtschaftliche Vorteil ein Argument. Ein derartig „großer Wurf“ ist natürlich auch dazu angetan, die Spendenwilligkeit weiter zu erhöhen und das Vertrauen der SpenderInnen nachhaltig zu stärken. Auch die außeruniversitäre Forschung dürfte in Zeiten immer rigoroserer Abrechnungsvorschriften und gedeckelter Stundensätze ebenso massivst von dieser Initiative profitieren wie auch Kulturbetriebe. Der Nachhaltigkeitsaspekt stellt dabei für alle Beteiligten ein zusätzliche USP dar.

Sehr einfache Anwendung

Die Einkaufsgemeinschaft verfügt über Verträge und Vereinbarungen mit Herstellern oder Lieferanten von Markenprodukten zu Großhandelskonditionen, wie sie ansonsten ebenso zB im Bürobetrieb im operativen Einkauf angeschafft werden: Es muss somit keinsten Falls ein Qualitätsabschlag in Kauf genommen werden, da keine „Eigenmarken“ vertrieben oder produziert werden. Wir erweitern Schritt für Schritt unser Portfolio um von „Quick Wins“ und den „Großen Budgetbrocken“ hin zu einer immer diversifizierteren Produktlandschaft zu gelangen. Wir kommunizieren den Mitgliedern laufend unsere Rabattlage bzw Sondertarife und dort wo unsere Mitglieder es wünschen, greifen Sie darauf zurück. Wir empfehlen sowohl bei Ausschreibugen oder der Erstellung von Lasten & Pflichten-heften im Zweifelsfall immer eindeutig die nachhaltigere oder ökologischere Variante – die Letztentscheidung liegt jedoch immer beim Mitglied selbst.

Das Geschäftsmodell

Es gibt für die Teilnahme kein Mindestumsatzvolumen. Die Einkaufsgemeinschaft verhandelt ausschließlich Großabnehmer-Rahmenverträge mit Lieferanten wobei die großen Organisationen für die Volumina sorgen die nötig sind um auch die „kleinen“ davon profitieren lassen zu können. Die Kündigung kann jährlich erfolgen, die Teilnahme ist also noch niederschwelliger als etwa bei einem Handyvertrag. Ein Auszug aus den bereits fix angebotenen Gütern und Dienstleistungen: Grünstrom, Gas, Telefon, Büromaterial sowie Druckerpatronen + Papier, Investitionsgüter wie Laptops und Drucker, Lebensmittel, Reparaturdienstleistungen, Leasing, Versicherungen, Öko-Drucksorten, Reinigungsdienstleistungen etc. Bei der Erstellung von Lasten- oder pflichtenheften sowie Ausschreibungsunterlagen unterstützen wir unsere Mitglieder gerne und helfen zusätzlich somit auch internes Handling einzusparen.

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